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ROCHLITZER BERG

Rochlitzer Berg

Mit 353 Metern über Meeresniveau, gekrönt von einem Aussichtsturm und reichlicher Bewaldung, ist der Rochlitzer Berg im Tal der Burgen die höchste Erhebung zwischen der Leipziger Tieflandsbucht und dem Erzgebirgsvorland. Er ist aus jeder Himmelsrichtung eine weithin sichtbare Landmarke des Mittelsächsischen Hügellandes. Unverkennbar für den Rochlitzer Berg ist der rote Rochlitzer Porphyr, der die gesamte Region prägt und dem ein Porphyrlehrpfad gewidmet wurde.

Einst befand sich in einiger Entfernung vom heutigen Rochlitzer Berg ein Vulkanschlot, der Lava und Asche ausstieß. Diese wurde in riesigen Mengen nach oben geblasen und vom Wind weit verbreitet. Ein Großteil der Asche fiel in der Nähe des Vulkanschlotes herab und schüttete sich dort zu einem kegelförmigen Berg auf. Auf diese Weise entstand vor rund 275 Millionen Jahren der Rochlitzer Berg – und mit ihm der für Westsachsen typische Architekturstein und weltweit einmalige Rochlitzer Porphyrtuff, der im Sprachgebrauch meist als Porphyr bezeichnet wird. Seine feste Beschaffenheit macht eine gute Bearbeitung möglich. Der Stein ist durch Verkieselung marmorartig von weißen und hellroten Äderchen durchzogen, die ihn beleben und ihm ein warmes, frisches Aussehen geben. Diese Marmorierung ist charakteristisch für den Rochlitzer Porphyr und nirgendwo anders in so ausgeprägter Form zu finden.

Heute ist der Rochlitzer Berg durch Abtragung im Grunde nur noch ein Überrest seiner ursprünglichen Größe.

Auf Anfrage bei der Tourist-Information "Rochlitzer Muldental" unter Telefon (0 37 37/78 32 22) sind Führungen zum Thema Porphyr auf dem Rochlitzer Berg möglich.


Porphyrlehrpfad auf dem Rochlitzer Berg

Auf einer Länge von rund 2,7 Kilometern vermittelt der Porphyrlehrpfad seinen Besuchern Wissen über die Entstehungsgeschichte des Rochlitzer Berges mit seinem Porphyrtuff, die Abbaumethoden, das Leben und die Arbeit der Steinmetzen, bedeutende Bauten und interessante geschichtliche Hintergründe. Er führt die Gäste gezielt zu den einzelnen sehenswerten Objekten.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz auf dem Berg, wo den Interessenten der Rochlitzer Berg und die künftige Erlebnistour Seelitz auf einer Übersichtstafel nähergebracht werden.

Der Porphyrlehrpfad führt entlang der Bergstraße bis zur ersten Sehenswürdigkeit, dem Bergkeller. Weitere 200 Meter in nördliche Richtung, vorbei am Pferdestall, erreicht man den Haberkornschen Bruch mit seiner einzigartigen farblichen Maserung des Gesteins. Wieder zurück auf der Bergstraße geht es vorbei am Böhmestein zum Panoramaausblick an der Buswendeschleife, wo auf Fernziele hingewiesen wird, an denen der Rochlitzer Porphyr Verwendung fand. Nächste Station ist die Einsiedelei am Seidelbruch, die einst als bescheidene Unterkunft für Wanderer und Steinmetze diente. Besonders sehenswert an der Einsiedelei ist die einzigartige Architektur, mit der sie sich in die Umgebung einfügt. Nach weiteren rund 80 Metern erscheint auf der linken Seite eine kleine Anhöhe, die Königshöhe. Ihr Denkmal wurde zur Erinnerung an die Rückkehr des Königs Friedrich August I von Sachsen aus der Gefangenschaft der Alliierten im Jahre 1815 errichtet. Im Anschluss an die Königshöhe führt die Bergstraße weiter zum Eingang des Gleisbergbruches, vorbei an alten Zeitzeugen wie der Schmiede und dem Sozialgebäude. Auf der rechten Seite des Zugangs zum Gleisbergbruch wurde die ehemalige Arbeitsstätte der Steinmetzen, der Historische Unterstand, nachgestellt, um den Besucher mit den früheren Techniken der Steinverarbeitung vertraut zu machen. Im hinteren Drittel des Bruches erwartet die Besucher eine Besonderheit: die rund 70 Meter senkrecht abfallenden Porphyrwände mit eingehauenen Jahreszahlen der Steinmetze. Ein schöner Waldweg führt weiter zu einer Aussichtsplattform oberhalb des Gleisbergbruches, die einen atemberaubenden Blick in diesen ermöglicht. Letzte Station des Lehrpfades ist der Gipfel des Berges mit dem Friedrich-August-Turm, der zum Gedenken an König Friedrich August II von Sachsen errichtet wurde, und dem Türmerhaus, in dem einst der Ornithologe Rudolf Zimmermann wohnte. Ein Blick vom Aussichtsturm in die nähere Umgebung beschließt den interessanten und lehrreichen Rundgang durch die Porphyrbrüche.

Adresse

Ort 09306 Rochlitz
 
 

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Blick in den Gleisbergbruch mit seiner atemberaubenden Zahlenwand Blick in den Gleisbergbruch mit seiner atemberaubenden Zahlenwand
 
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